Sonntag, 23. Oktober 2011

Schräge Vögel #19: Geiersturzflug

Bild verlinkt von der Dorstener Zeitung, und zeigt
einen Raubvogel, der einen Jogger attackierte ...
Die wohl mit Abstand ausgefeilteste Jagdtechnik zeigt uns immer öfter dieser Unartgenosse, der sich urplötzlich aus ruhigem Gleitflug heraus mit quietschenden Reifen und Warnblinker meist unverhofft für unbedarfte Dahinterherflieger die auch noch so kleine "VIP"-Parklücke direkt am Cache sichert. Komme, was da wolle! Besonders ausgefuchste Exemplare verlangen nicht nur ihren Hintermännern alles an Reaktionsvermögen ab, sondern verfügen über Zuschlagtechniken, die ihnen auch nicht vorhandene Parkplätze, zum Beispiel auf Radwegen entlang Bundesstraßen, sichern. Wehe dem Radfahrer oder Jogger, der da versehentlich im Wahrnehmungstunnel zwischen Geier und Beute entlanghumpelt. Gerade in der dunklen Jahreszeit wird dies immer wieder mal zum Un-Glücksspiel, bei dem jedoch soweit mir bekannt ist noch kein vermeintlicher Straßenrandblockierer gewonnen hat.

Anhand eigener Erhebungen auf meinen Laufstrecken vorbei an diversen solcher "Hotspots" kann ich meine nichtrepräsentativen Forschungsergebnisse nun einem breiten Publikum präsentieren: Alleine in 2011 gab es gefühlt mehr als doppelt so viele Sichtungen dieses ausgefeilten Jagdverhaltens als in 2010, wobei die "interessantesten" davon etwas mit in die Luft gereckten Hinterteilen zu tun haben, aus denen ganze Cacherdekolletees quellten, während die angeblich denkende andere Hälfte auf der dunklen Seite der scheinheiligen Leitplanke ein Schreibgerät bediente. In dem Moment wollte der leider meist nur vorbeifliegende Fussballer in mir wirklich gerne mal richtig weit ausholen, und ...

Neulich kam es nun zur fast schon irgendwie erwarteten, nächsten Eskalationsstufe im Straßengrabenkampf. Ein nicht näher benannter Randschlurfer erlaubt es sich doch wirklich unverschämterweise, neben der Bundesstraße mal kurz im Wege zu stehen (auf dem Radweg, wohlgemerkt!). Dabei wissen wir doch alle, daß die uneingeschränkte Aufmerksamkeit des Sturzfluggeiers in diesem Moment klar auf den wichtigen Dingen des Lebens liegt, und somit sicher nicht auf dem des vermeintlich Unterbeleuchteten.  Denn wenn man als legitimer Radwegnutzer vom Cachegeier mit ausgeklapptem Ellbogen auf der einen und GPS auf der anderen Seite in verlogen-freundlichem Ton darauf hingewiesen wird, daß man hier wirklich schon besser aufpassen müsse so in der nun bald einbrechenden Dunkelheit (die einzige wirklich wahrnehmbare Dunkelheit in diesem Moment befand sich übrigens im oberen Ende des Gegenübers), dann, ich gestehe es, ja dann könnte es sein, daß sehr, sehr bald mal ein solcher Beutezug mit Entzug der Flugerlaubnis und/oder Cacherlizenz geahndet wird aufgrund eines petzenden Maulwurfs aus unserer Kommune, oder zumindest mit Punkten der ganz anderen Art *unschuldigmitdenaugenroll* ... Soweit, so knapp ... die nun folgende Diskussion entlarvte eben diesen Schlurfer schließlich als Nichtmuggel, der ganz genau wußte, warum hier unerlaubt geistig wie physisch tiefgeflogen wurde und war reichlich spaßig, jedoch leider weiterhin von gegenseitigem Unverständnis geprägt.

PS: Ich habe absichtlich etwas gewartet mit diesem Post, doch leider wurde dieser "Fund" noch immer nicht geloggt, sonst wäre hier sogar ein Link dabei. Ich gehe mal von guten Gründen dafür aus, und vielleicht ist da doch noch ein Restfunken an Verstand übrig, der sich nun nachträglich noch eingeschaltet hat ...?

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