Dienstag, 30. November 2010

Who The F* Is Ellen?

Hmmm, Trolle soll man ja nicht füttern, aber dennoch (so richtig getrollt ist das ja (noch?) nicht): In Trier geht die Sockenpuppe um. Ellen Greilich startete neulich eine Serie, die offensichtlich die abnehmende Cachequalität anprangert, auf eine wie ich finde lustige wenn auch etwas anrüchig anonyme Weise.

Da ich denke, daß meine Meinung über die abnehmende Qualität hinreichend bekannt ist spare ich mir tiefer greifende Kommentare an dieser Stelle (und verweise auf den Fred). Stattdessen habe ich hier mal ein paar Verdächtige in einer Umfrage zusammengestellt. Wenn Ihr weitere Verdächtige kennt, die noch nicht auf der Liste sind, dann schreibt mir einfach und ich nehme die gerne auf. Je früher umso besser, so daß es halbwegs repräsentativ bleibt.

@Ellen: Auch ich will nur spielen ... :-)

PS: Das Bild ist aus dem Ellen Greilich Profil verlinkt.

Samstag, 27. November 2010

Wertvolles Objekt am Lostplace gefunden

Aus Rücksicht auf die Beteiligten habe ich für diesen Artikel zugestimmt keine weiteren Details, Links usw. zu veröffentlichen. Danke für Euer Verständnis! Dennoch denke ich, daß diese Geschichte auch in anonymisierter Form interessant ist. Ich habe die Richtigkeit der Geschichte überprüft.

Ein paar Cacher aus der Region haben vor kurzem an einem Lostplace Cache einen Gegenstand mitgenommen. Es stellt sich natürlich sofort die Frage, inwieweit überhaupt ein Lostplace verändert oder sogar von dort "Andenken" mitgenommen werden dürfen ... denn auch dort gelten Recht und Gesetze (Eigentum, Betretung, Naturschutz, ...), und es ist zudem eine "Frage des Anstands", denn auch hier möchten nachfolgende Besucher noch dasselbe Erlebnis teilen können.
In diesem konkreten Fall war die Sachlage jedoch so, daß es den Cachern augenscheinlich klar war, daß hier ein potentiell wertvolles Objekt der baldigen Zerstörung preisgegeben ist, und es nicht im Sinne des Eigentümers sein kann, daß dieses hier herumliegt. Dieses Objekt war darüber hinaus nicht so ohne weiteres als wertvoll erkennbar und sieht auf den ersten Blick recht unscheinbar aus, lag aber wie berichtet wurde zwischen diversen Trümmern unbeachtet in den Räumlichkeiten, die bereits einer massiven Zerstörung durch "Partymacher" und wohl noch andere "Besucher" unterlagen. Daher haben sie entschieden das Objekt mitzunehmen mit dem Ziel es wieder in die richtigen Hände, d.h. dem rechtmäßigen Eigentümer zurückzugeben (diesem gehört übrigens nur das Objekt, nicht die Lokation). Den Geocachern wurde bereits der Dank dafür ausgesprochen.

PS: Das Bild ist von einem meiner Caches und hat nichts mit der Lokation zu tun.

Mittwoch, 24. November 2010

Motivationsgrünzeug gegen Laufausreden

Fortsetzung der Lauf-Geocaching-Reihe ...
Wie schon mal kurz in einem früheren Beitrag dieser Serie erwähnt: Freut euch ab sofort über das einfache, schnelle Grünzeug in Eurer Nähe (ich gebe zu, ich meine das jetzt auch ein bisschen ironisch). Statt mit dem Auto hinzufahren lauft ihr ihn an und setzt den Cache als Trainingsmotivation ein. Bessercacher erklären sich einfach solidarisch mit den lieblos behandelten, langweiligen 0815 Dosen und schmerzen mit ihnen durchs Ausdauertraining. Wichtig: Der Cache sollte wirklich schnell und einfach auffindbar sein, man kühlt gerade jetzt nach bereits einer Minute spürbar aus! Das fiese am Auskühlen ist, daß man es erst gar nicht merkt und die ersten 1-2 Minuten als sehr angenehm empfindet. Aber wehe, wenn man dann wieder losläuft ...Wer den Mut hat kann aber auch einfach einen kleinen Multi abjoggen, die Pausen an den Stationen sind dabei gerade Anfängern und beim Intervalltraining sehr willkommen. Oder eben als grundsätzliche Ausrede für die erzwungene Pause zwischendurch. Später werden Multis jedoch schnell ungeeignet, da man einfach zu viele lange Unterbrechungen mit meist zu kurzen Laufstrecken dazwischen hat, und dabei umso schneller und öfter auskühlt (besonders jetzt im angehenden Winter nur was für echte Skandinavier).

Kommen wir nun aber zu den versprochenen Ausreden, die so in der letzten Zeit verschiedenentlich an mich herangetragen wurden (und ich habe sie wirklich alle schon so gehört, manche sogar als ich gerade alleine war ...):

„Ich habe gerade keine Zeit“: Aber zum Cachen schon oder wie? Verbinde es doch einfach damit und verzichte ggf. auf den ein oder anderen Statistikpunkt zugunsten Deiner körperlichen Fitness ... Es ist halt wieder mal das übliche Totschlagargument. Nur Hausbauer, heranwachsende Eltern, usw. sind hier die wirklich legitimen Keinezeithaber (Grüße an selbige ...!). Richtig für die anderen ist aber, daß man die wenige Zeit die man hat sich eben lieber für das nimmt, was einem wichtiger ist. Dagegen spricht nichts, man sollte sich aber zumindest selbst gegenüber ehrlich sein. Wenn Deine Caches genauso kreativ sind wie Deine Ausreden, dann besteht leider kaum noch Hoffnung! :-)

„Ich langweile mich dabei“: Drei mal bis zu eine Stunde pro Woche ist sicher nicht zuviel verlangt, und es gibt günstige MP3 Player, von denen Du bestimmt schon drei rumliegen hast ... ansonsten einfach mal durch Trier bei Verkehrschaos rennen, da freut man sich, daß man plötzlich der Schnellste ist ... und wem es immer noch langweilig ist, der teilt einfach seine Freude den Autofahrern mit. Als Geocacher kann man das riskieren, man kennt ja die besten Verstecke und Abkürzungen schon ...

"Ich kann mich einfach nicht überwinden": Freunde, mal ganz im Ernst: Wer Ehrenfelder besucht beweist bereits genug Willensstärke für einen Marathon ...

„Ich habe keine gute Laufstrecke“: Wenn Du in Seoul (die Stadt mit der schlechtesten Luftqualität) wohnen solltest, dann könnte man das ja gerade noch gelten lassen. Ansonsten geh einfach mal raus vor die Tür und lauf los. Verkehrswege möglichst genauso wie Hunde und deren Haufen meiden, der Rest kommt von alleine, sogar vor Deiner Tür! Es gibt übrigens sogar schon Internetseiten mit regionalen Laufstrecken auch in Deiner Ecke ...

„Ich komme bereits beim Cachen immer so schnell ausser Atem“: Genau deshalb sollst Du ja laufen, das nennt sich Ausdauertraining ... ich behaupte Du wirst eine deutliche Verbesserung bei vernünftigem, regelmäßigen Training bereits nach wenigen Wochen spüren!

„Das ist mir zu teuer“: Und sowas sagt ein Geocacher mit wahlweise ein oder mehreren aus: (1) einem mehrere-Hundert Euro GPS (2) teuren Outdoorklamotten (3) einem Geländewagen (4) einer teuren Coinsammlung (5) einem Rucksack voll angesammeltem Cachekram (6) diversen teuren Autoreparaturen nach "drive ins" ... Das meiste wird fürs Cachen sowieso irgendwann angeschafft oder ist bereits vorhanden ... und Laufen ist immer noch die günstigste Art sich fit zu halten.

"Ich kann das nicht abschätzen und muß dann mit dem ÖPNV zurück": Also ich persönlich stelle mir ja gerne vorher nen Alarm für die Hälfte, der mich im Tunnelblick erinnert, daß ich umdrehen muß ;-) Naja, ich könnte es mir zumindest so vorstellen. Und ansonsten bitte ich im Bekanntgabe der geplanten Läufe im Internet, so daß ich sicherstellen kann nicht im gleichen Bus sitzen zu müssen!

"Ich bin zuviel auf Geschäftsreise / unterwegs": Was für ein Glücksfall! Jeden Abend nach dem Büro kannst Du statt im Hotel die Schmuddelfilmchen abzurufen sogar noch eine tolle neue Stadt oder Land entdecken (und dabei evtl. auch noch (mehr) cachen!). Nimm Dir aber ein GPS mit vollen Batterien und eine Papierkarte mit: Du würdest nicht glauben, was mir bei solchen Aktionen schon alles passiert ist, und wie lange "die schnelle Runde um den Block" werden kann, wenn man nach zwei Kurven orientierungslos ist ...

"Ich habe Angst mich zu verlaufen": Der Geocacher(!), der das zu mir neulich ernsthaft sagte erlebte einen meiner wenigen sprachlosen Momente ...

"Ich brauche den Quatsch nicht": Hier hilft nur noch die harte Nummer: Zuerst liest Du mal alle Vorgängerartikel dieser Serie, und dann meldest Du Dich direkt und ohne Nachzudenken zum nächsten 10km Volkslauf in Deiner Gegend an, der in so 2-3 Monaten stattfinden sollte. Nun noch allen Bekannten erzählen, daß Du dort sein wirst und sie Dich unterstützen sollen, und spätestens jetzt wirst Du einen Grund haben zu trainieren. Manche machen das dann sogar freiwillig, nachdem sie die Begeisterung bei einem solchen Wettbewerb selbst miterlebt haben.
"Ich habe Angst vor Hunden": Ich habe mal gehört Dschungelöl soll Fifis abschrecken. Man kann aber auch die Hauskatze mitnehmen und aussetzen, wenn der erste Köter naht. Somit ist auch ihr Training sichergestellt. Berechtigt ist die Angst übrigens meist nur bei kleinen Hunden in der Obhut von alten Damen.

"Es frustriert mich, daß ich keine Kondition für die zweite Hälfte habe": Hast Du auch Angst vor Hunden? Dann habe ich die perfekte Lösung: Einfach der nächsten Töle bei Halbzeit einmal kräftig in den Hintern treten. Vorher sicherstellen, daß Herrchen die Leine nicht unter Kontrolle hat und die Bestzeit ist garantiert. Funktioniert auch im Winter ;-) Falls gerade keine greifbar ist: Trainieren hilft auch dabei, sich eine bessere Krafteinteilung zu erarbeiten.

"Ich muss dann immer gleich in die Büsche": Gerade durch die wogende Bewegung wird die Blasen- und Darmaktivität mancher Menschen wohl besonders angeregt. Neben dem naheliegenden Gang zur Toilette davor könnte auch eine Änderung der Gewohnheit Abhilfe schaffen, indem man einfach mal zu anderen Tageszeiten probiert sauber und trocken durchzukommen.

"Anderes ist mir wichtiger“: Ok, einverstanden, aber eine bessere Fitness wird vermutlich auch diese anderen Sachen (insbesondere auch das Geocaching) effizienter und erlebnisreicher gestalten, man erhält von seiner eingesetzten Trainingszeit somit auch wieder was zurück ...! Und beim Laufen entdeckt man oft sogar noch Ecken wo keine Caches liegen, aber welche liegen könnten ;-)

"Als Frau fühle ich mich da unsicher": Das ist in der Tat ein Argument. Und als Geocacher scheut man sich ja vor Muggelpräsenz, aber hier sollte man dann doch mal über seinen Schatten springen. Daher finden sich in Laufgruppen meist auch nur Frauen und Angsthasen ... ;-)

"Es ist zu kalt / warm / nass / trocken / glatt ...": In der Tat! Und genau das ist es, was wir wollen! Denn wofür sonst haben wir denn die ganze teure Funktionskleidung gekauft? Wenn erst die Zähne richtig klappern hat man wenigstens einen guten Grund schneller zu laufen. Außerdem soll man sich nach der dritten Lungenentzündung schon dran gewöhnen können.

"Geh weg hau ab, Du willst doch nur über mich auf Deinem doofen Blog schreiben!": Ertappt ... aber ich versuchs weiter ;-)

Meine Top-5 Motivationssprüche lauten:
- Grosser Sport fängt da an wo er aufhört gesund zu sein
- Schmerz ist, wenn Schwäche den Körper verläßt
- Wenn Du es nicht essen willst lauf ihm nicht hinterher
- Wo Schmerzen sind ist noch Leben
- Wenn Dir nichts wehtut bist Du zu langsam

Legt doch einfach mal ein paar eigene laufgeeignete Caches aus: Ein paar schöne Laufrunden in der Region, z.B. an einer schönen, markierten Laufstrecke, mit Streckenprofil, einfachen (schnellen)Stationen, die weit genug auseinander liegen, usw. Es wären nicht mal die Ersten ... und solange der Cache keine lange Pause erfordert ist eigentlich fast jeder (interessante) Cache/Ort dafür geeignet (gerne auch Cross). Logbedingungen dürfen dabei natürlich getreu den Richtlinien nicht gestellt werden, Ihr könnt also leider keine Walker ausschließen ;-)

Wer nicht an sich glaubt aber dennoch keine Angst hat es mal zu probieren: Zieht einfach die Laufsachen für Eure nächste Cachetour an und lauft vom Parkplatz zum Final und wieder zurück (Wechselkleidung und eine gewisse Nähe zu einer Dusche für hinterher wäre nicht schlecht, aber nur erforderlich, wenn Du nicht alleine unterwegs bist) ...

Und wie üblich wieder zur Belohnung am Schluß: Der Gewinner des Laufkalenders von Achilles steht fest. Herzlichen Glückwunsch an Dog13680! Die Auslosung habe ich über randomizer vorgenommen, und ihr werdet mir die Seriosität des Verfahrens wohl einfach glauben müssen, da ich leider kein Geld für einen Notar hatte. Wie immer ist der Rechtsweg auch hier ausgeschlossen. So, jetzt aber raus, laufen ...

Dienstag, 23. November 2010

Schräge Vögel #15: Der Einwegkopf

Eine mathematische Einwegfunktion ist ein Verfahren, welches in einer Richtung leicht anzuwenden ist, in der anderen jedoch ungleich schwerer. Solche Algorithmen werden daher besonders in der Kryptographie eingesetzt, wie z.B. die Falltüralgorithmen bei asymmetrischer Verschlüsselung, die nur mit Zusatzinformationen leicht umkehrbar sind, ohne diese jedoch kaum.

Ein Einwegcache weist einen ebensolchen Charakter auf: In einer Richtung leicht, in der anderen schwer. Es bereitet dem eierköpfigen Cacheowner eines typischen Einwegcaches kaum Mühe, ein solches Einwegrätsel schnell zu erstellen und zu posten. Die Difficulty ist dabei sehr variabel gestaltbar, bis hinauf zu D5. Für die geleimten Suchinsekten ist die aufgestellte Venusfliegenfalle dann der reinste Horror. Hat man endlich den Dreh raus, dann ist es nur noch mehr oder weniger aufwändige Handarbeit in Eigenregie, und oft auch ein Zufallstreffer. Besonders EierEinwegköpfe werden dabei immer wieder erwischt solche Sachen gut zu finden, während andere lieber draußen und mit anderen spielen.

Ein typisches Einwegkopfnest ist Prison Break. Wie die Erfahrung zeigt sind solche Caches irgendwann nach zu langer Klebezeit einfach nur eklig. Für manche ist es vielleicht ein schneller One-Night-Stand: Schnell erlegt und ohne Nachwirkung vorbei. Andere jedoch, vor allem Jungtiere, probieren unerfahren daran herum, wie man anhand der Check-Statistik im Listing dort gut erkennen kann: Nur einmal ein Treffer, bei über 100(!) Fehlversuchen. Sogar im benachbarten Saarland gibt es höhere Erfolgsquoten, trotz des dortigen Aufklärungsunterrichts. Nur für die absolute Minderheit der besonders hartgekochten Eier bietet so ein Cache die tiefe Befriedigung endlich mal selber und gut gepunktet zu haben. Solch niedrige Fortpflanzungsraten führen meist zu Inzestzwang, daher erkranken die meisten Einwegeierköppe meist schnell an Cacheheimer und vergessen, was einen wirklich fiesen Einwegcache ausmacht. Bei GeoNigma z.B. hätte derselbe Einwegkopf einfach eine gepflegte polyalphabetische Entschlüsselung verlangen können, statt uns mit kindischen Basteleien und unnötiger Historie zu nerven.

Aber vielleicht ist es hier auch wie mit diversen anderen Einwegprodukten, die Nicht-Einwegköppe sich gerne mal überziehen um in der Einwegeierkoppliga mal richtig mitfühlen zu dürfen: Zuerst macht es Spaß, aber man spürt gleich, daß es nur das halbe Erlebnis ist, und am Ende entsorgt man den ekligen Rest lieber schnell und will wieder zurück zur Natur in den offenen Vollzug. Schade für alle, die das nicht erleben können ...

PS: Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann. (Picabia)

Freitag, 19. November 2010

Diagnose: Barbe! Bekenntnisse einer Patientin ...

(Hier schreibt LadyJJ über Ihre Barbe-Erlebnisse (ein Wortspiel verkneife ich mir hier gerade so, merkt Ihrs?! :-) )

Am 22. August stieg ich zusammen mit Kennyone10 unter der Aufsicht und Führung von Maacher in die Grotte St. Barbe hinab. Dies war nicht nur eins der großartigsten Erlebnisse, das mir in letzter Zeit beschert wurde, sondern auch ein ernstzunehmender Tiefpunkt meiner jetzt inzwischen offen ausgebrochenen Krankheit. Ich bin sehr krank und unrettbar von diesem ...Wahn... befallen.

Ansteckungsphase:
Ganz nebenbei drückte man mir eine Kopie des Salamander's Caves (der direkt neben der Barbe liegt) in die Hand. Scheinbar grundlos klebte ich sie an meine Wand, wo sie den gesamten Winter in guter Sichtweite verweilte. Zusätzlich erzählte man mir spannende und abenteuerliche Geschichten von Höhlenexpeditionen und zeigte mir ein Buch über die tollen Höhlen in Luxemburg mit echt gut gelungenen Fotos. Auf allen Fotos sah man weder Tote, Verletzte und es wurde auch nie über Verschollene gesprochen. Diese kamen auch in keiner der Geschichten vor. Mein Immunsystem schwächte und schwächte sich. Ich denke, das war die Zeit, in der ich noch dachte, es geht mir gut, aber in Wahrheit war ich schon längst infiziert!

Die ersten Symptome:
Ich habe ein immer größeres Bedürfnis, Dinge zu tun, die mir vorher wenig reizvoll bis hin zu voll gefährlich erschienen. Ich krieche heimlich durch dunkle Gänge. Ich lasse mich rücklings Schlammhänge runterrutschen. Ich durchquere bewässerte Gebiete (wer mich kennt, weiss, dass ich DAS wirklich hasse). Meine Hemmungen sinken, erste Ausfallerscheinungen von Denkfähigkeiten. Ich stehe mit zitternden Knien auf Felsen und habe unkontrollierte Adrenalinschübe. Ja, irgendwie scheint bald die Krankheit massiv auszubrechen!

Fieber:
Es stand mein 1500ster Cache an...ich denke zu dem Zeitpunkt als ich ausgerechnet Elminster (!!!) fragte, was ich denn Lustiges zu diesem Anlass anstellen könnte, war das Fieber bereits recht hoch.

Aber als ich mich selbst hörte, wie ich Maacher fragte (der auch bereits vor längerer Zeit erkrankt ist), ob er mich denn mit in die St. Barbe nehmen würde, war ich sicher: es ist um mich geschehen!

Körperdeformation:
Als immer bequemer empfinde ich es, einfach mal von der Decke herunterzuhängen. So traf ich mich mit den ebenfalls kranken Gleichgesinnten am Wochenende vor dem Barbe-Trip in einer Lagerhalle und wir hingen dort einfach mal ein bisschen in embryonalen Haltungen von oben an Seilen hängend ab. Hoch am Seil und wieder runter...Heeeeerlich!...Krabbeln und kriechen wird durch diese Deformationen zu einer immer bequemeren Fortbewegungsweise.

Psychologische Störungen:
Sammeln, sammeln, sammeln...Unmengen von Karabinern, Crolls, Bandschlingen...mein Schaaaaaaatz...mehr, mehr, mehr: Fußpedal, Ascender...ich kriege nicht genug davon!!!! Gerne legt man diese auch großräumig aus und andere Kranke schauen sich alle Gegenstände genau an und fachsimpeln. Die verstehen mich!

Rastlosigkeit:
Eine Woche vor dem Ereignis gibt es keine Ruhe mehr. Unruhig wird sogar bei Dunkelheit abgeseilt und aufgeseilt. Es werden eine Menge Mails verschickt, in denen immer neue Verabredungen quasi an jedem Tag nach der Arbeit getroffen werden. Einen Baumcache schaffen wir noch, oder?

Schlafen ist notwendig, aber trotzdem wird diese Aus-Zeit zum theoretischen Durchführen diverser Auf- und Absteigaktionen am Seil genutzt.

Unverständliches Brabbeln:
Lady-JJ zu einer Kollegin: Ich kletter am Wochenende in die Barbe...das ist eine Grotten-Höhle.
Kollegin zu Lady-JJ: Du machst was????
Lady-JJ: Ja, die Höhle ist ganz groß und man wird echt schmutzig und muss da auch durch ganz enge Stellen und sich in die Dunkelheit abseilen.
Kollegin: Aha????
Lady-JJ: Ja, und da gibt es Fledermäuse und wir müssen ph-Werte messen.
Kollegin: ??? (greift zum Telefon und ist plötzlich sehr beschäftigt)

Identitätsstörungen:
Ich bin ein Wurm! Ich bin eine Fledermaus! Ich bin eine Spinne!

Nachtsichtigkeit:
Ich starre mit meiner Katze um die Wette. In der Dunkelheit kauern wir im Hausflur und lauern. Nach einer Weile wäre ich so in der Lage, völlig ohne Taschenlampe, nur mit Hilfe von für andere unhörbare Laute den Weg zur Mülltonne und wieder zurück bei VÖLLIGER Dunkelheit zu finden...aber diesen Skill werde ich nicht benötigen, denn Taschenlampen sind Equipment und Equipment ist guuuuut!

Ich habe nicht nur eigene Lampen, ich bettel auch noch andere um Taschenlampen an. (Die Doppelleuchte auf den Fotos bin ich :-))

Sinken der Hemmschwellen:
Ähm, ja! Die schwarzen kleinen „Steinchen" in der Höhle sind tatsächlich gar keine Steinchen. Es ist Fledermausscheisse! Ja, ja! Trotzdem schmeckt die spontan und überraschend angebotene Salami in der Dunkelheit hervorragend...man muss nur genügend Überlebensinstinkt haben!!!

Blaue Flecken:
Seit ich T5-Caches entdeckt habe, treten bei mir permanent diese blauen Flecken an wirklich jeder Stelle meines Körpers auf. Da ich weder häusliche Gewalt erfahre, noch mit Schlümpfen verwandt bin, denke ich, dass diese eventuell eine direkte Reaktion auf dieses T5en sind. Eine Allergie? Natürliches Tarnverhalten der Haut? Tfünfisches Fleckenfieber? Ich bin für Ratschläge und Antworten dankbar!

Seit ich aus einem inneren Drang heraus die Barbe besuchte, ist das alles nicht besser geworden!

Ich werde es wieder machen! Ich kann es kaum abwarten! Sobald diese Feldermaus-Winterschlafzeit vorbei ist!...gähn...oh, ich werde auch gerade so müde!!! ;-)


Vielen Dank an das Team, das mich in der Vorbereitung und Durchführung begleitet und unterstützt hat. Das war großartig! Noch ein Symptom: Selbstüberschätzung! Ich fühl mich wie eine Heldin!!!


Und besonderen Dank an den souverän durch die Höhle führenden Maacher, der nur am großen Abseiler kurz nervös wurde ;-)

Anm. d. Red.: Danke auch Dir für das entgegengebrachte Vertrauen und den schönen Artikel fürs kranke Blog :-)

Montag, 15. November 2010

Wer haftet bei Unfall auf (T5) Geocachingtouren?

Ein bisher noch nicht allzu oft beachtetes Thema ist die Haftung und Verantwortung von Einzelnen innerhalb einer Gruppe im Rahmen einer Cachetour. Dieser Artikel soll Anregungen geben sich einmal selbst mit dem Thema zu beschäftigen ... eine eingehende Beurteilung kann und will ich nicht liefern, aber ich hoffe hiermit etwas zum eigenen, kritischen Nachdenken und weiteren Recherchen anzuregen und auf dieses Thema aufmerksam zu machen.

Die erste Frage, die sich mir hier stellt ist, inwieweit Geocaching mit anderen Aktivitäten überhaupt vergleichbar ist, denn Gesetz und Rechtsprechung differenzieren nicht nach Geocaching. Es liegt also die Vermutung nahe, daß die beim Geocachen ausgeführte Aktivität dafür mitentscheidend ist. Im Falle von Abseil-T5-Caches zum Beispiel dürften besonders Regelungen aus dem Bergsport Anwendung finden. In Wassersportarten wie Segeln und Tauchen, was ja auch gerne mal genommen wird, gibt es teilweise unterschiedliche, spezielle (um nicht zu sagen explizitere) Gesetze, die eine Haftung, Partnercheck usw. gesetzlich vorgeben und somit vermutlich auch für Geocacher, die solche Aktivitäten im Rahmen einer Cachesuche durchführen, anzuwenden sind.

Im Bergsport tauchen die Begriffe "Führer aus Gefälligkeit" sowie "Garantenstellung" auf (>Google). Die vielleicht beste Sammlung von Informationen, die ich bisher dazu gefunden habe findet sich im österreichischen Gipfeltreffen-Forum sowie die sehr gute Einführung im Berg und Steigen 2007.

In der Praxis gab es bisher erst eine Verurteilung eines Führers aus Gefälligkeit. Die verbreitete Meinung, der Erfahrenere sei automatisch derjenige, der haftbar gemacht wird, ist daher durchaus umstritten, da gerade in diesem konkreten Fall ein eklatantes Fehlverhalten vorlag.

Es kommt wohl also auf den Einzelfall an, d.h. man muß viele Fragen für sich persönlich stellen und beantworten:
- In welchem Land / Rechtsraum findet die Tour überhaupt statt?
- Über welche Fähigkeiten verfügen die Teilnehmer? Wie alt sind diese?
- Wurde das Haftungsthema eindeutig zwischen allen Teilnehmern geklärt?
- Wie verhalten sich die Teilnehmer vor und während der Tour?
- Art und Charakter der Tour und damit verbundene Gefahren?
- Konkrete Schadenssituation und Ablauf?
- Was ergibt sich nach Strafrecht, was nach Zivilrecht?

Führer aus Gefälligkeit dürften in erster Linie bei Caches mit höheren Terrainwertungen in gewollte oder ungewollte Erscheinung treten. Konstruieren wir mal das Beispiel, daß ein Sicherungspunkt beim Abseilen ausbricht. Es stellen sich dann schnell Fragen wie z.B. ob es einen Führer aus Gefälligkeit in der Gruppe überhaupt gab, ob dieser den Sicherungspunkt überhaupt gebaut hat oder vielleicht hätte bauen müssen, ob es ersichtlich hätte sein müssen, daß dieser ausbrechen kann, usw. Prinzipiell sind diese Fragestellungen bei jeder Cachetour denkbar, wenn auch um einiges weiter hergeholt ("beim Leitplankencachen verletzt ... wer haftet ... ?").

Für mich grundsätzlich denkbar wäre jedoch auch eine Argumentation in eine ganz andere Richtung: Da sich speziell beim Geocachen die Gruppen auf andere, meist viel spontanere und unorganisiertere Art bilden als im Bergsport könnte man bezweifeln, ob in Geocachinggruppen überhaupt ein Führer aus Gefälligkeit existieren kann. Schließlich könnte man es als gängige Praxis speziell beim Geocachen ansehen, sich über Führer aus Gefälligkeit grundsätzlich nicht zu vereinbaren und somit auch zu dem Schluß kommen, daß diese Rechtsprechung hier gar nicht anwendbar sei. Doch all das ist Spekulation, und es wäre mir recht, wenn dies auch so bleibt und wir nicht mit Urteilen konfrontiert werden, die aus Unfällen resultieren.
Kein Führer, ob ungewiss, gefühlt oder benannt, kann letztlich die Verantwortung und das Risiko für die eigene Gesundheit komplett tragen. Letztlich muß jedem klar sein, daß man in erster Linie selbst die Konsequenzen zu tragen hat, und für seine Sicherheit stets auch zu einem großen Teil zumindest auch mitverantwortlich ist. Übersetzt bedeutet das: Ich persönlich glaube im Wesentlichen auch weiterhin an die Eigenverantwortung. Und im Zweifelsfall dürften wohl entsprechende Vorabvereinbarungen, die die Verantwortungen in der Gruppe festlegen, zumindest nicht schaden.

Samstag, 13. November 2010

Wir unterbrechen für eine kurze Werbeeinblendung ...

Normalerweise mache ich auf meinem Blog keine Werbung. Auch dieser Artikel soll eigentlich keine Werbung darstellen (ich erhalte nichts dafür und wurde auch nicht darum gebeten!), sondern ich möchte Euch einfach ein paar Tipps geben zu Sachen, die ich neulich entdeckt habe:

Die Viking Adventures haben Ihr Sortiment um spezielles Geocaching-Zubehör erweitert, wie ich bei einem  Besuch vor kurzem feststellen konnte. Neben Cachecontainern in allen Größen und auch teilweise originellen Formen sind auch Munitionsboxen verfügbar (ggf. auf Anfrage). Zudem finden sich Tools, Geocoins, uvm. Daß man dort auch mit etwas Glück noch Karten für die E.O.F.T. erhalten kann, die von den Wikingern auch in diesem Jahr wieder unterstützt wird, sollte sich ja bereits herumgesprochen haben.

Dann habe ich seit einiger Zeit das Magazin "Berg und Steigen" im Abo. Von Heft zu Heft wächst meine Vorfreude auf das nächste, denn neben einer sehr guten Aufmachung bei fairem Preis setzen sich die Artikel erfreulich ab von so zahlreichen anderen Magazinen, die zwar oft auch nicht schlecht sind, aber meiner Meinung nach nicht konstant dieses Niveau bieten. Auf Basis der BuS Artikel werde ich auch in Kürze noch einen Post zum Thema Haftung bei T5 Touren einstellen.

Und wo wir schon wieder indirekt beim Thema T5 sind ... Neulich bin ich zufällig auf diese interessante sowie gut rechercherte Sammlung von Gefahrenpotenzialen speziell beim Klettern gestossen, die ich nach wie vor am Lesen bin ...

Ach, und weils so schön ist (wenn auch alt, ich weiß), macht mal folgendes: Google Maps öffnen > Route berechnen ... von "New York" nach "Sydney" (alternativ gerne auch "China" und "Japan"). Schaut Euch dann mal Hinweise 31, 46 und 107 an (bei der Alternative: 43). Paßt die Zeit für Euch? ;-)

Donnerstag, 11. November 2010

Expedition Sarek 2010 (2/3)


Vom Alkavare ins Sarvesvagge (1 Tag) 12km
Tags darauf war es im Zelt schon dunkler als an den Vortagen und unser Verdacht auf schlechteres Wetter bestätigte sich mit dem ersten Blick nach draußen. Dunkle Wolken zogen über uns hinweg und der am Vortag noch so einladende Gipfel stand bedrohlich mittendrin. Der Sarek zeichnet sich besonders durch seine unberechenbaren Wetterlage aus die von Tal zu Tal von Sonnenschein zu Schneesturm nicht unterschiedlicher sein könnten. Die Bergbesteigung am Vortag bei gutem Wetter hatte sich als richtige Entscheidung erwiesen. Beim Frühstücken entdeckten wir ein Zelt unmittelbar neben der Kapelle, dessen Eigentümer uns einen Besuch abstattete und uns erklärte, dass es nach 7 Tagen trockenen Wetters allerhöchste Zeit war den Sarek wieder zu verlassen da dieses Glück nicht anhalten konnte! Das sollte dann auch die einzige menschliche Begegnung während der Tour fernab der Wege sein. Am Nordufer des Sees entlang fanden wir schnell einen Rentierpfad der uns ins Alggavàgge führte. An dieser Stelle war die Durchquerung des 2km breiten Tals undenkbar; das Flußdelta inmitten der Sümpfe war nicht gerade einladend. Folglich mussten wir weiter nach Osten um eine Stelle zu suchen an der das Tal enger wurde und die Vegetation spärlicher. Dort mussten wir nur noch einen breiteren und geraden Flussabschnitt finden um möglichst wenig Strömung und eine minimale Wassertiefe zu haben (die zwei Eigenschaften lassen sich selten kombinieren). Eine geeignete Stelle war nach einiger Zeit ausgemacht und jeder machte sich auf seine Weise bereit das trübe, sedimenthaltige Gletscherwasser zu bewältigen. Tasaio, dessen Wanderschuhe keine Gore-Tex Membran hatten (danke an dieser Stelle für die gute Beratung im Laden), entschied sich für Sandalen und musste zügig vorankommen, um nicht allzu sehr auszukühlen. Die Regenhose (für den Trick müssen die Reisverschlüsse auch wasserdicht sein) über hohes wasserdichtes Schuhwerk mit Schnellspannern zugeschnürt erlaubt ein paar trockene Schritte auch durch tiefes Wasser und gibt ein großes Maß an Stabilität. Doch das wichtigste Utensil bleibt der Watstock: 2m lang, stabil - das dritte notwendige Bein.

Von der anderen Seite aus verließen wir das Haupt-Tal um in das Niejdariepvàgge abzubiegen, dem Verbindungsweg zum Sarvesvàgge. Nach einigen Höhenmetern und einem besseren Einblick auf die Route studierten wir etwas genauer den Weg der vor uns lag, Auf der momentanen Bachseite hätten wir drei Gletscherabflüsse zu bewältigen, und das an einem sonnigen Nachmittag (das Wetter hatte sich gebessert) an dem die Schneeschmelze am stärksten war. Wir mussten also auf die andere Seite des in Kaskaden verlaufenden Gebirgsstroms der sich über Jahrtausende durch das erzhaltige Gestein gefräst hatte. Wir machten erst mal Mittag! Nach ein paar fruchtlosen Versuchen eine passierbare Stelle zu finden, erblickte Tasaio eine Engstelle über einem Wasserfall und schaute sich diese ohne Gepäck etwas näher an. „das passt, das ist nur ein kleiner Sprung… OK, dann spring zurück und hol deine Sachen… zurück? Ups! Was 30cm Höhenunterschied ausmachen können. De facto hatten wir ein Problem! Erst einmal wurde das gesamte Material in Ufernähe gebracht und dann über Alternativen nachgedacht. Werfen war bei über 25kg utopisch, also versuchten wir die Rucksäcke über die Watstöcke rutschen zu lassen doch war das Gewicht auch hier zu groß, folglich mussten kleine Pakete gemacht werden, die einzeln hinüber gereicht wurden… zuletzt noch ein Sprung, der die Meisterung dieser Prüfung besiegelte! Der Aufstieg bis zur Wasserscheide ging auf der Seite größtenteils über einen breiten Sockel und vereinfachte das Vorankommen über den durch Eisdruck gepflasterten Boden. Einige Stunden später gab es kaum einen Stein, der nicht durch Frostsprengung gelitten hatte. Die geologische Vielfalt, die sich in den vielen Farbvariationen wiederspiegelt ,war an keinem anderen Ort so beeindruckend wie hier. Doch neben Geröll- und Eisfeldern schafften es Moose und kleine Blumen selbst in dieser lebensfeindlichen Umgebung zu überleben. Als wir endlich wieder bergab gehen konnten, war die Erleichterung bald das Lager aufschlagen zu können nicht unerheblich. Der Blick in das breite Tal der Sarvesvágge ließ uns die Entscheidung der Wegänderung nicht bereuen und die saftigen Wiesen unter uns, durchlaufen von kleinen Bächen sollten eine der gemütlichsten Schlafunterlagen der gesamten Durchquerung werden. Das Lager wurde aufgebaut, Essen gekocht, der Bach gestaut, ein Moor geflutet… was man halt so ohne Kartenspiel macht! Ab diesem Abend waren die freilaufenden Rentiere unsere ständigen Begleiter und da sie nicht stachen war dieser Teil der Fauna weitaus willkommener…


Durch das Sarvesvàgge (1 Tag) 16km
Bei schönstem Sonnenschein Starteten wir Tags auf in den Morgen der mit der hier noch Trivialen Durchquerung des Sarvesjåhkkå begann. Schon 10 km weiter ist der Wasserlauf so durch Schmelzwasser angeschwollen, dass jede Überquerung ein kräftezehrendes und gefährliches Unterfangen ist. Die Etappe gehörte zu den schönsten des ganzen Urlaubs da nirgends eine so große Vielfalt geboten wurde wie hier. Wir waren im Schnee und Geröll der Wasserscheide gestartet, um durch die immer dichter werdende Vegetation letztendlich in den von Birkenwald umgebenen Sümpfen im Deltabereich im Rapandalen zu landen. Doch nicht nur das Tal sondern auch die Berge drumherum variierten von großen massiven, alleinstehenden Gipfeln über die Abbruchkanten von Hochplateaus immer wieder unterbrochen durch enge Seitentäler und reißende Bäche die in beeindruckenden Kaskaden talabwärts rasten. So langsam hatten wir auch Wat-Routine bekommen und schafften es zügig, alle nassen Hindernisse zu überwinden. Durch das gute Wetter der Vortage, kam uns der Wasserstand sehr entgegen was alles vereinfachte. Dennoch, auch bei Top Voraussetzungen, wäre die Durchquerung des Sarvesjåhkkå im Deltabereich wie anfangs geplant, eine äußerst respektvolle Angelegenheit gewesen. Wir hatten mittlerweile auch gelernt die von weitem klein aussehenden Rinnsale nicht zu unterschätzen; wenn man davor steht siehts meistens ganz anders aus. Besonders das kilometerweit hörbare Rauschen gab einen gewissen Aufschluss über die tatsächlichen Wassermassen.

Anfangs führte der Weg über kurzes Gras welches rasch immer höher wurde, dort scheuchten immer wieder Lemminge auf die sich quiekend ins nächste Loch retteten. Langsam kamen kleine Inseln Weidengebüschs hinzu, die schnell an Größe, Höhe und Undurchdringlichkeit gewannen. Diese Pflanze hat erstaunliche Eigenschaften, nebst ihrer Robustheit gegen Tritte und Schläge, wächst sie nicht gerade hoch sondern formt durch Zick-Zack Wucherung perfekte Fußangeln. Nach einer Weile wichen auf die Uferböschung aus und konnten sogar ab und zu über eine Sandbank laufen. Der restliche Weg war jedoch ein ständiger Kampf zwischen Gebüsch und Steinen umgeben von Mooren. Als am Abend die Sonne unterging und unsere Trittsicherheit langsam abnahm erreichten wir das auferlegte Ziel in einem Birkenwald am Rande des Infernos.

Das Inferno (1 Tag) 8,5 km

Das südliche Ufer des Rapandalen wird von manchen als Naturerlebnis ohne Gleichen beschrieben, andere nennen es einfach nur Inferno! Die tieferen Lagen sind durch Sümpfe geprägt; will man diese umgehen (und man will definitiv), muss man durch den Wald. Der sogenannte Wald ist die Mutter aller Birkenurwälder, deren üppige Vielfalt das Vorankommen fast unmöglich macht. Auch die Elchpfade sind zwar hilfreich verlieren sich aber in den unpassendsten Momenten. Ein Vorankommen von 500m pro Stunde lässt einem viel Zeit dieses Naturerlebnis ohne Gleichen richtig zu genießen… was haben wir den Autor dieses Buches an diesem Tag verfluchen können! Verlässt man den Wald bergauf dann quert man die steilen Flanken des Bielloriehppe Massivs, deren Hauptunterschied das Fehlen von Bäumen ist. Neben Geröllfeldern gedeiht das Weidengestrüpp an dieser Stelle besonders gut. Nun ist es ja so, dass ein Ausflug in Nordschweden ohne Regentag nicht authentisch wäre, doch musste dieser Fall gerade hier eintreffen? Kurz nach dem Start regnete es sich so richtig ein. Der komplette Gore-Tex Schutz hielt anfangs das Wasser noch ab, doch die Sümpfe verlangten uns schon früh ihren Tribut ab, sodass wir schon anfangs nasse Schuhe hatten. Hier lernten wir noch eine weitere Eigenschaft des Weidengestrüpps kennen; Ist es erst mal mit Wasser aufgesogen gibt es dieses beim Vorbeigehen gerne ab… und es kann viel aufsaugen! Konnten wir erst einmal den Wald verlassen hatten wir eine phantastische Aussicht auf den Rapandalen, den Platz mit der größten Großwildkonzentration Schwedens. Dumm nur, dass bei Regen alles in der Wald flüchtet! Immerhin sahen wir einen Schwan – genau dafür waren wir in den Sarek aufgebrochen! Die Geröllfelder, die sich nun vor uns auftaten waren so glitschig, dass unser Vorrankommen nochmals gebremst wurde. Und die Stürze im Gestrüpp häuften sich je weiter der Tag voranschritt. Am späten Nachmittag kamen wir endlich in Sichtweite der Lavnem Antenne, Verbindungsstation zum Notfalltelefon und erster möglicher Zeltplatz. Die zwei letzten Kilometer wurden etwas einfacher und als wir müde fast am Ziel waren, tat sich vor uns eine Schlucht mit passendem Gletscherbach auf. Wir entschieden uns an einem weniger steilen Abschnitt für die Durchquerung. Ohne Motivation wurden die Regenhosen festgezurrt, viel konnte sowieso nicht mehr nass werden. Der erste Schritt war knietief… egal Augen zu und durch. Auf der anderen Seite suchten wir uns einen passenden Platz und Bauten unser Zelt in den Böen des aufziehenden Sturms auf, selbst unsere Watstöcke wurden als zusätzliche Ankerpunkte in den Boden gerammt. Als das Zelt stand machte ich mich nochmal bis zum Bach auf um unsere Wasserreserve aufzufrischen. Total durchfroren kroch ich danach in den grünen Tunnel und brauchte mich nur noch in meinen Schlafsack zu schleppen; alles war schon aufgestellt! Vielleicht nur eine kleine Geste, die aber bei einem gewissen Erschöpfungsgrad umso schwerer fällt, dennoch ungemein aufbauend ist. Dementsprechend ist es umso wichtiger ein eingespieltes und verlässliches Team zu haben. Einmal aufgetaut mit einer warmen Mahlzeit im Bauch konnten wir endlich aufatmen, das Inferno war bezwungen! Die durchnässten Kleider hatten wir einfach vor das Zelt geworfen, mit Glück würden sie Trocknen, schlimmer konnte es eh nicht werden. Schnell fiel der Schlaf über uns her, aus dem wir die ganze Nacht immer wieder rausgerissen wurden, da teilweise die Böen das Zelt niederdrückten. Doch das Zelt hielt Stand ...

Freitag, 5. November 2010

SWR Bericht über Geocaching

Vor wenigen Tagen wurde im SWR ein Bericht über Geocaching und Naturschutz gesendet, der nun auch online verfügbar ist. Insgesamt wägt der SWR sehr gut ab zwischen den positiven und negativen Seiten des Geocaching, ein wirklich sehr gelungener Bericht, in dem auch unsere Aktion mit der Umweltstiftung eine erneute positive Erwähnung gefunden hat.

Der Bericht stellt Geocacher als überdurchschnittlich an der Umwelt interessierte Personen dar, die offen sind und konstruktiv mit angesprochenen Problemen umgehen. Anhand der Fledermausthematik wird aufgezeigt, daß die Aktivitäten von Geocachern jedoch auch in der Praxis zu massiven Problemen (nachgewiesene Bestandsminderung) führen können. Das zweite Beispiel berichtet über einen Cache, der ein seltenes Schwarzstorchnest publik machte. Der Fall ist mir persönlich nicht bekannt (vielleicht kann ja jemand im Kommentar einen Link posten). Sehr qualifiziert wird erklärt, daß es in solchen Fällen nichts bringt den Cache einfach zu entfernen, sondern daß man stattdessen leicht über das Internet den entsprechenden Owner ansprechen kann und sollte, was in den dargelegten Fällen auch zum Erfolg führte. Es scheint Kooperationsbereitschaft auch von Seiten der Umweltschutzorganisationen zu bestehen, die nun erkannt haben, daß es sich zunehmend um ein Massenphänomen handelt, das immer schwerer zu steuern wird.

Leider fehlen meiner Meinung nach angesichts der hohen Zuwachsraten weiterhin die Mittel, um gezielt Geocacher in der Masse anzusprechen, was mehr und mehr zum Problem wird. Viele Neucacher sind nicht informiert, der Zuwachs ist natürlich weiterhin enorm, und so mancher Cacher möchte auch nichts dazulernen oder bewirken. Es sollte so langsam aber auch dem letzten Ignoranten klar werden, daß die Tarnkappenzeit vorbei ist und jedes Fehlverhalten potenziell dazu führen kann, daß wir unser Hobby nur noch in deutlich engeren Grenzen ausüben können.

Doch in einem Punkt stimme ich mit dem Bericht nicht überein: Um Populationen zu schützen wurden Caches archiviert und dies wurde als probates Mittel dargestellt. Soweit mir bekannt ist gibt es aber leider kein System, welches gezielt und sicher verhindern könnte, daß nochmal ein Cache an einer bereits als sensibel identifizierten Stelle live geht (d.h. nur wenn sich regionale Cacher und Reviewer erinnern kann dies funktionieren). Einmal mehr hoffe ich auf eine Erweiterung der Geocachingplatform, die eine solche Erinnerungsfunktionalität schafft. Bis dahin werden wir über andere Tools, wie z.B. Threads in Regionalforen arbeiten müssen. Dabei fällt mir auch noch eine andere, von mir bereits mehrmals erfolglos vorgeschlagene Funktionalität ein: Eine Funktion, um automatisch (zeitgesteuert) Caches zu (ent)sperren und somit die Schutzzeiten usw. besser und sicherer zu managen.

Ich hoffe darauf, daß sich zunehmend mehr Geocacher aktiv in regionale Projekte mit Umweltschutzorganisationen, Landesforsten usw. einbringen, z.B. in Form von Events zwecks Informationsaustausch, Kontaktpflege sowie die gezielte und regelmäßige Erläuterung der zu beachtenden Umweltschutzaspekte. Außerdem sollten wir zunehmenden Druck ausüben auf die Platformbetreiber, so daß diese statt "Like"-Buttons und neue Werbemöglichkeiten die für einen gezielteren Umweltschutz sinnvollen Funktionen bevorzugt implementieren.

PS: Danke an Alex1905 und Kennyone10 fürs aufmerksam machen auf den Bericht ...

Mittwoch, 3. November 2010

Statistik ist alles ... beim Laufen ...

Fortsetzung der Geofitness Serie ... für alle Neueinsteiger: Es geht hier ums Laufen ... (diesmal sogar mit einem kleinen Gewinnspiel ...)

Einer möchte alle u.b.lucky Caches finden, der andere möglichst viele Länder oder Caches an einem Tag, es gibt die Sissis und Franzens, die D/T Matrix und viele weitere dunkle Nischen, in denen sich die Statistiker verstecken können um dann irgendwann hervorzukriechen mit einem neuen Rekord (und wenn es mal nicht reicht, dann definiert man sich einfach die eigene Nische dafür). Beim Laufen wie beim Cachen kann sowas durchaus der Motivation dienen, der Unterschied besteht aber darin, daß es beim Laufen sogar zielführend ist (beim Cachen habe ich leider noch keine Statistik gesehen, die mich zu dem Erlebnis motiviert, um das es mir letztlich geht).

Um sich zu motivieren sind vernünftige Etappenziele sinnvoll. Wer es bei bester Gesundheit schafft sich stundenlang durch irgendwelche Foren, Blogs und Cachelistings zu wühlen, der schafft es sicher auch irgendwann mal einen Marathon zu laufen. Denn das Wichtigste, die Selbstkasteiung, hat man ja schon drauf: Das bisschen Schmerz bei km40 ist auch nicht übler als so mancher Artikel. Bis dahin hilft vielleicht ein Ziel wie "bis zum Cache xy locker hin und zurück joggen und dennoch das Loggen nicht vergessen" oder "mal an Volkslauf abc teilnehmen und nicht Letzter werden". Ehrgeizige Ziele und die damit verbundenen Datensammlungen sind gut, solange man sich damit wirklich motiviert und nicht unter Druck setzt oder verbissen wird ...

Warum sind Ziele überhaupt wichtig? Ganz einfach: Jemand mit Gewichtsabnahme als Ziel wird ein anderes Trainingsprogramm haben als jemand, der schneller werden, Kondition aufbauen oder vielleicht sogar irgendwann mal einen Marathon laufen möchte.

Mein persönlich wichtigstes Ziel ist es, mit möglichst geringem Einsatz an stets zu knapper Zeit das maximal Mögliche an Kondition herauszuholen, um damit gut für alle möglichen Touren vorbereitet zu sein. Dafür ist Laufen optimal: Man kann es fast überall machen, die Rüstzeiten sind gering, der Einstieg ist vergleichsweise günstig und es bietet einen besseren Trainingseffekt als andere Ausdauersportarten, und das alles bei geringer Verletzungsgefahr (mal von den Hunden abgesehen, aber die machen einen ja auch schneller). Und seit mich in Schweden fast ein wildes Rentier gefressen hat ist mir auch klar, daß ich gar nicht schneller sein muß als die Raubtiere, es reicht schon schneller zu sein als der Begleiter. Begleitung in Form von Mensch oder MP3 kann übrigens eine weitere, tolle Motivation sein. Und wenns dennoch mal nervt sollte man wissen, daß auch der dümmste Laufpartner einen Ausschalter hat: Einfach das Tempo "zufällig" verschärfen ...

Abhängig von den Zielen gestaltet man dann sein Training. Wer schnell werden will wird eher auf Intervalleinheiten setzen, wer abnehmen möchte versucht eher lange im niedrigen bis mittleren Pulsbereich zu laufen. Zweimal die Woche sollte schon drin sein, um sich auch zu entwickeln, denn alles drunter führt leider auch leicht zu Frust. Als Hobbyläufer ohne Wettkampfanspruch sollte man meiner Meinung nach den Mut haben ohne einen starren Trainingsplan zu laufen, denn verpasste Einheiten frustrieren meist nur zusätzlich. Eine wöchentliche, dem Ziel angepaßte lockere Grundstruktur (z.B. "1* Intervalle, 1*lang, den Rest nach Zeit und Lust") ist ausreichend, um fitter zu werden. Wobei man die Einheiten selbst dann durchaus mit Biss durchziehen sollte, denn von nix kommt ja nix. Auch die übelste Couch kann dann wunderbar gemütlich sein.

Eine Pulsuhr ist eine sehr sinnvolle Anschaffung für eine effiziente Trainingssteuerung, manche schwören aber auf das eigene Körpergefühl und laufen ohne. Meine Erfahrung dabei ist jedoch, daß ich gerade durch die Pulsuhr dieses schneller und besser kennenlerne. Und die Uhr selber auch, denn seit ich weiß, daß ich "schnelle" und "langsame" Schuhe habe kann mich nichts mehr stoppen. Auf vermessenen Wettkampfstrecken stellte sich dann schnell heraus, daß die besch*ene Uhr trotz mit den einen Laufschuhen stets ein schnelleres Tempo anzeigte als mit den anderen. Als Geocacher sollte ich wissen, daß ein GPS einem Schrittsensor im Zweifel überlegen ist, aber wer will schon die Wahrheit erfahren.

Man kann aber dennoch so schön Erbsen zählen, loggt die Pulsuhr doch jeden Herzschlag und jeden Schritt fleissig mit. Solange die Batterie hält ... die natürlich genau nach dem Aufwärmen wieder mal stirbt. Laufzeiten sind immer wieder wichtig zur Bestimmung der Hierarchie in Lauftreffs und -foren, und wir Geocacher kennen uns damit ja aus. Vergesst aber bei der ganzen Auswerterei das Laufen nicht ...

Und wer wirklich bis hierher gelesen hat und es noch schafft einen Kommentar zu schreiben, der kann mit etwas Glück einen Achilles-Laufkalender 2011 gewinnen. Stichtag zur Abgabe des Kommentars ist der 14. November, danach erfolgt die Auslosung nach dem Zufallsprinzip. Bitte erwähnt in Eurem Kommentar, daß Ihr an der Verlosung mitmachen wollt (ganz Mutige schreiben auch warum gerade sie das Büchlein brauchen), und überlegt Euch schonmal, wie Ihr Euch aus dem öffentlichen, publizistischen Interesse Eure Kalendereinträge dann auszugsweise hier zu veröffentlichen rauswinden könnt.

Übrigens solltet Ihr wenn noch nicht geschehen genau jetzt mit dem Laufen anfangen: PC aus und raus, denn bald wird es kalt ...