Freitag, 9. Juli 2010

Hoch Hinaus Im Weisshauswald

Überall entstehen seit ein paar Jahren neue Hochseilgärten, so auch in unserer Region. Nachdem wir bereits mehrere besuchten konnten wir an einem schönen Juniwochenende endlich mal den Neuen im Weisshauswald begutachten, der vom Trierer Palais e.V. betrieben wird.

Anlass war der Besuch eines Cacher-Urgesteins. Genauer pzetti, mit dem ich gemeinsam vor vielen Jahren das Geocaching entdeckte, der mit seiner Familie vorbeischaute. Während er immer noch von unserer lange zurückliegenden Frankreichtour zehrt war ich in der Zwischenzeit zugegeben etwas aktiver. Also ein schöner Anlaß auch seinen Cachekompass mal wieder nachzujustieren und u.a. noch ein paar neue Mysteries in der Gegend mitzunehmen, die auch für Touristen gut geeignet sind.

Der Garten vereint Selbst- und Partnersicherungsübungen. Letztere kenne ich sonst nur aus dem Hochseilgarten in Taben-Rodt. Bei beiden Gärten steht der pädagogische Aspekt (gegenseitiges Vertrauen aufbauen, miteinander Kommunizieren, etc.) im Vordergrund. Der Begeher sichert sich hierbei nicht selbst, sondern wird von einem Partner am Boden über eine an einem Stahlseil oben befestigten Umlenkung gesichert. Die Übungen werden außerdem nicht alleine, sondern von zwei Personen gleichzeitig absolviert und können meist nur durch gute Kooperation untereinander erfolgreich gelöst werden.

Das klingt nach viel Spaß für unsere Kids, und auf die naheliegenden, empfehlenswerten Kindercaches hatte ich ja bereits letztes Jahr hingewiesen. So sind wir also nach einer Einweisung und Gruppeneinteilung gestartet als das Team "Die Kletteraffen". Für jede erfolgreich absolvierte Übung gab es einen grünen Punkt auf den Helm. Zuerst musste aber der Mohawk Walk überwunden werden, was nur gemeinsam in Teamarbeit mit allen anderen Teilnehmern gelang. Darauf folgen praktische Sicherungseinweisungen mit einem Halbautomaten. Doch ich bin das Sichern mit HMS und ATC gewöhnt, als was tun? Schade, daß man bereits bekannte Sicherungstechniken aus Richtliniengründen nicht anwenden darf, aber die Umstellung war leichter als erwartet. Meine beiden Kids erkletterten so auch schnell die Wand und holten die ersten Statistikpunkte.

Danach wollten sie natürlich richtig hoch hinaus. Also haben wir unsere Kids an die Leine genommen und liessen sie zur nächsten Übung die Strickleiter hinaufturnen. Kaum waren sie oben rannten sie auch schon los, vollkommen unbeeindruckt von der Wackelei in luftiger Höhe. Schön und interessant zu sehen, wie sie dann bald merkten, daß man durch Zusammenarbeit besser vorwärts kommt (siehe Bild). Die gemeinsame Freude über das erfolgreiche Absolvieren war umso größer. Beim anschliessenden Ablassen konnten wir dann noch diverse Verträge über das Aufräumen des Zimmers abschliessen, bevor die Kids wieder auf den Boden durften. Man glaubt kaum, zu welchen Zugeständnissen sie in mehreren Metern Höhe frei hängend bereit sind.

Beim Piratenquergang (Pirate Crossing) wollte dann unser Rudeloberpirat (unser Zwerg Lukas) selber ran. Mutig kletterte er rauf, um oben dann festzustellen, daß es doch ein bisschen (zu) hoch ist. Gemeinsam mit mir hat er sich dann aber doch getraut und ist augenscheinlich mindestens zwei Zentimeter gewachsen seitdem.

Respekteinflössend war dann der glorreiche Abschluß: Der Pamper Pole. Es ist ganz schnell erklärt: Ein senkrechter Baumstamm, in ca. 7m Höhe abgeschnitten zum wackligen Draufstehen. Der einfache Teil ist das Raufklettern mit Leiter und Metallklammern. Das Aufstehen oben auf die schmale Plattform ist bereits eine interessante Gleichgewichtsübung. Der anschließend geforderte Sprung in die redundante Sicherung (das gesamte Team sichert über mehrere Seile) ist nochmal eine Überwindung. Ich denke, daß die, die sich nicht getraut haben vielleicht sogar noch etwas mehr Mut bewiesen haben als die, die trotz Hose voll gesprungen sind. Das Bild links zeigt meinen Kleinen vor dem Sprung. Sieht schon lustig aus, so als ob wir ihn da zur Strafe oben abgestellt hätten ("Du darfst nur wieder runter, wenn Du brav bist").

Klar, daß uns auch gleich die Idee kam da eine Dose zu platzieren, z.B. auf dem Pamper Pole. Doch leider ist dies natürlich richtlinientechnisch nicht realisierbar, denn Geocaches dürfen keinem kommerziellen Zweck dienen (es müßte ein Eintritt erhoben werden auch für Geocacher), und sie müßte immer auffindbar sein ohne größere Einschränkungen (selbstverständlich ist der Seilgarten nur unter Aufsicht zu bestimmten Zeiten überhaupt begehbar). Aber mit einer Safari ist es dennoch verbindbar zu einem tollen Tagesausflug :-)

Weitere Hochseilgärten in unserer Region befinden sich u.a. in Taben-Rodt, Kell am See und in Vianden (Luxemburg).

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